Liebe Mitglieder der Kirchengemeinden des Dekanats Esslingen-Nürtingen,

hiermit informieren wir Sie über die wichtigsten Ergebnisse der Vollversammlung des 10. Diözesanrats am 25. Juli 2020 auf der Liebfrauenhöhe in Rottenburg-Ergenzingen.

Erste Vollversammlung nach Ausbruch der Corona-Krise

Erstmals tagte der Diözesanrat unter den derzeit geltenden Hygienebedingungen. Die Sitzung verlief dank hervorragender Organisation und unter ausgezeichneten räumlichen Rahmenbedingungen reibungslos.

Synodaler Weg

Im Geschäftsführenden Ausschuss wurde ein Prozessplan verabschiedet, der die Beteiligung der Kirchengemeinden, der Dekanate und des Diözesanrats am Synodalen Weg vorsieht. Beratungsergebnisse und Beschlüsse werden an die Teilnehmenden am Synodalen Weg weitergegeben, die auf diese Weise beachtet und ggf. in die Beratungen eingebracht werden können. Umgekehrt soll über die Beratungen des Synodalen Wegs aus den Gremien informiert werden. Hierfür wird als diözesane Ansprechperson ab September in der Geschäftsstelle des Diözesanrats Frau Dr. Maximiliane Eisenmann zur Verfügung stehen.

Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie für die Diözese Rottenburg-Stuttgart

Der Diözesanrat hatte am 29. März 2019 Empfehlungen verabschiedet und nun um einen Sachstandsbericht gebeten. In unserer Diözese wurde mittlerweile eine Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und eine Rahmenordnung Prävention erlassen. Ein novelliertes Statut der Kommission sexueller Missbrauch regelt die Zusammensetzung der Mitglieder neu. Weiterhin liegt ein Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz für ein Verfahren für Leistungen an Betroffene in Höhe von 5.000 bis 50.000 Euro vor, die – wie berichtet – in unserer Diözese nicht aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Eingesetzt werden in unserer Diözese fachlich qualifizierte und persönlich geeignete Personen als Ansprechpersonen für Verdachtsfälle. Benannt wird eine nichtkirchliche Fachberatungsstelle als unabhängige Anlaufstelle. Weiterhin wird vom Bischof ein ständiger Beraterstab eingerichtet. Die Rechtsträger haben innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs institutionelle Schutzkonzepte zu entwickeln, regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Hinzu kommen, auch mit dem Ziel der Prävention, Begleitungen, Schulungen, Ausbildungen, Tagungen und bei Bedarf psychotherapeutische Maßnahmen. Im Synodalen Weg befasst sich ein Forum mit Macht und Gewaltenteilung in der Kirche.

Informationen und Beschluss zu den Haushaltsplanungen

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Krise hat der Diözesanrat Beschlüsse zur Teilverwendung des Jahresüberschusses 2019, zur Erweiterung des Rücklagenmanagements, zur Fortschreibung des Eckdatenbeschlusses und zur Verteilung des Kirchensteueranteils Kirchengemeinden gefasst. Dank einer sparsamen Haushaltsführung und der Rücklagen sind massive Einschnitte derzeit nicht erforderlich.

Antrag der Diözesanausschüsse Eine Welt und Nachhaltige Entwicklung zum Lieferkettengesetz

Nach Diskussion wurde ein Antrag verabschiedet, der vom Bundestag ein Lieferkettengesetz fordert. Hintergrund ist, dass in vielen Ländern der Welt das international anerkannte Menschenrechtsabkommen, die Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie Kernbestandteile der internationalen Umweltabkommen für die global agierenden Unternehmen ignoriert werden. Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft soll sich die Bundesregierung für ein europäisches, rechtsverbindliches Instrument zur Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten einsetzen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine schöne Ferienzeit!

Ihre Delegierten im Diözesanrat

Bettina Betzner                                Anne O’Callaghan                            Dr. Johannes Warmbrunn

Familienpflege.Nt (at) t-online.de       anne.ocallaghan (at) t-online.de       johannes.warmbrunn (at) web.de

Für Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge sind wir Ihnen dankbar.

Informationen aus dem Diözesanrat – Vollversammlung am 25.07.2020