Maria 2.0

Wie in allen Bereichen unseres Lebens hat sich auch der Austausch in der Maria 2.0-Gruppe aus Ostfildern verändert. Statt der monatlichen Treffen gibt es unter der Woche mehrmals eine Rundmail, um eine Information, einen Text, ein Gebet weiterzuleiten. Vorsichtig finden erste Treffen statt, damit wir uns nicht nur über Internetkonferenzen und Einzelgespräche per Telefon oder dem Gartenzaun austauschen. Wie viele sind wir aber in diesen Tagen vor allem bei uns selbst und weiter nachdenklich über den Weg der Kirche: Werden wir die Krise als Chance nutzen? Werden wir in Kirche und Gesellschaft neuen Entwicklungen Raum geben? Wie können wir gut in Beziehung sein – mit uns selbst, mit anderen, mit Gott? Wozu lädt uns diese Krisenzeit eigentlich ein?
Wenn Sie interessiert sind bei der Maria 2.0-Gruppe mitzumachen können Sie sich melden bei: bettina@eltrop.de


Kommt – zu Tisch! – Wir teilen geschwisterlich 

 

Die Maria 2.0 Frauen in Ostfildern laden ein zur Agapefeier
Sonntag, 20.9.20, 18:00 Uhr auf dem Vorplatz
von St. Maria Königin, Eugenstraße 6-8, Ostfildern – Kemnat. 
Bei starkem Regen entfällt der Gottesdienst. Tel. Nachfragemöglichkeit unter 0176 42566359.

 

o  Wir decken festlich die Tische auf dem Kirchenvorplatz

        o  Wir brechen und teilen Brot, eine*r für die*den Andere*n.

o  Wir trinken Wein/Saft und segnen uns, eine*r die*den Andere*n.

o  Bringt gern Blumen für den Tisch-Schmuck mit und kommt in weißer Kleidung oder mit weißen Schals!

 

 Die Agape ist Teil der Aktionswoche von Maria 2.0 am 19.-26. September 2020.

Sie begleitet öffentlichkeitswirksam die Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz.

Die Maria 2.0 Bewegung will in dieser Zeit zeigen, wo nach wie vor ihr Platz in der Kirche ist: Draußen vor den geschlossenen Mauern und Türen, hinter denen Entscheidungen getroffen, Weichen gestellt, gemeindliches Miteinander definiert, Leitungsaufgaben anvertraut und abgesprochen, sakramentale Handlungen eröffnet oder verweigert werden.
Die Frauenaktionen zeigen, dass die Maria 2.0-Frauen nicht im Protest verharren:

Wir verändern Kirche, indem wir unser Tun als ebenbürtig bedeutsam begreifen. Wir feiern geschwisterlich in Jesu Namen eine Agape. Niemand steht vor. Jesus ist mitten unter uns.


 

Folgende Aktionen plant die Gruppe:

 anläßlich der Aktionswoche Maria 2.0 vom 19.-26.09.2020 planen wir einen Gottesdienst “vor der Kirche” am Sonntag, 20.09. um 18 Uhr vor der katholischen Kemnater Kirche

– 02. 10.2020, Teilnahme an der Aktion “LEAVE NONE BEHIND” – Lasse Niemanden zurück – rund um den Wochenmarkt in/an der Halle in Nellingen
Viele verschiedene Schuhe, von Kinderschuhen bis zu alten Bergstiefeln werden auf die Straße gestellt … sie können ein Bild sein für Vieles: “Wohin führt uns unser derzeitiger Lebensstil?”.  “Wie geht es den Menschen auf der Flucht auf ihren so unsicheren Wegen?”.. “Wie gehen wir mit unserer Umwelt um?” …. “Wie verhalten wir uns unseren Mitmenschen gegenüber?” Jede, jeder kann sein Anliegen auf ein Papier schreiben und neben seinen Schuhen ablegen.

Weitere interessante Links:

Film über Maria 2.0, welcher in der ARD am Sonntag, 09.08.2020 um 17:30 Uhr gezeigt wurde ist noch auf der Mediathek bis 08.08.2021 verfügbar:
<< https://www.ardmediathek.de/ard/video/echtes-leben/die-kirchenrebellinnen-maria-2-0/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2VjaHRlcyBsZWJlbi8yNTMwNzE4Ni0xOTgxLTQyZDgtOTBjYS03MDUxNzJlYjA2Yjg/ >>

Hagios-Gesänge von Helge Burggrabe und Textmeditationen jeden Freitag unter: helge burggrabe livestream auf youtube. Das Friedensgebet von Helge Burggrabe mit Pierre Stutz findet sich jederzeit unter: https://www.youtube.com/watch?v=3ENXNOUjCiM

Zur Espressokirche auf https://espresso.church


Maria 2.0

In unserer Kirche, im Morgen,
wird das Wort Jesu nicht nur verkündet sondern auch gelebt.

Wird der Mensch,
jeder so, wie er ist,
geliebt.

Wird getanzt und gelacht und gefeiert.
Wird das Brot geteilt und das Leid.
Wird der Wein geteilt und die Freude.

In dieser Kirche, im Morgen,
siegen Mut und Liebe, Barmherzigkeit und Mitgefühl
über Angst und Machtgier, Ausgrenzung und Selbstmitleid.

In dieser Kirche, im Morgen,
sind
Frau und Mann
Kind und Greis
Homo und Hetero
arm und reich
gebunden und ungebunden
zusammen und allein.

Willkommen an jedem Ort und willkommen in jeder Berufung.
Willkommen als lebendiger Widerschein von Gottes liebendem Blick.

Aktuelles

Maria 2.0 Rückblick und Ausblick

In Ostfildern hat sich im Mai 2019 im Zuge der bundesweiten Protestaktionen eine sehr lebendige Gruppe von Frauen aus allen Teilen Ostfilderns und aus Esslingen gebildet. Neben inspirierenden Treffen und Gesprächen gab es viele Aktionen. Höhepunkt war sicher die Veranstaltung mit Doris Wagner zum Thema spiritueller Missbrauch in der Katholischen Kirche. Doris Wagner beeindruckte durch ihre scharfe Analyse der Kirchenstruktur, der sie das spirituelle Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen entgegenhielt. Beim Thema „spiritueller Missbrauch“ unterschied sie 3 Stufen: spirituelle Vernachlässigung, spirituelle Manipulation und spirituelle Gewalt. Die Gruppe Maria 2.0 möchte sich in den nächsten Treffen darüber austauschen, inwieweit wir in der Vergangenheit diese Formen des Missbrauchs erlebt haben oder in der der Gegenwart erleben. Auch wollen wir fragen, wo wir selbst als in der Kirche Engagierte uns an Vernachlässigung oder Manipulation beteiligen. Dabei ist es uns ein großes Anliegen, gut aufeinander zu hören, die unterschiedlichen Meinungen zu tolerieren und Wege zu einer Kirche zu finden, in der Menschen in Freiheit und selbstbestimmt ihren Platz finden. Wer sich gern beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen – egal ob Mann oder Frau! Weitere Informationen bei Bettina Eltrop und Katharina Piepho, Kontaktdaten erhalten Sie über das Pfarrbüro. Über unsere Gesprächsergebnisse halten wir Sie über die Homepage der Gesamtkirchengemeinde auf dem Laufenden.

Sich aufgehoben
und getragen wissen
von deiner Zärtlichkeit und Liebe
und so wachsen und sich entfalten

Der inneren Stärke trauen
und wider besseren Wissens
anblühen gegen alle Angst und Verzagtheit
Tod, Trauer und Schmerz

Sich nicht mit
der Ungerechtigkeit und
den herrschenden Verhältnissen abfinden

Vielfalt achten und fördern
einander bestärken
dass Hoffnung Raum greift
und Leben aufkommt

Ob das dein Traum von uns ist
mein Gott?

Anna Hennersperger 


(aus: Wolfgang Tripp (Hg.), Anstiftungen zum Leben, Ostfildern 2017, 44f.)